Bild und Bildlichkeit
Lange haben wir uns mit den Fragen nach der Definition von Bild und Bildlichkeit beschäftigt, viel diskutiert und es dennoch nicht zu einer klaren Antwort geschafft - aber kann es diese überhaupt geben?
Was ist ein Bild?
Einige unserer Annäherungen. Ein Bild...
- ist etwas Begrenztes, es hat einen festen Rahmen
- ist endlich, fertig, hergestellt
- benötigt einen Betrachter, sonst ist es nur ein Gegenstand
- ergibt sich aus dem Zusammenwirken von Objekt, Interpretation und Repräsentant
- ist statisch
Dem Begriff „Bild” kann man sich über unterschiedliche Betrachtungswinkel nähern:
-
Mathematisch gesehen beschreibt der Begriff Bild die Teilmenge von Werten einer Funktion
fauf einer beliebigen Menge, welchefin der Zielmenge tatsächlich annimmt.[1] - Die in der Rhethorik genutzten Metaphern werden auch als Bilder bezeichnet: Worte, welche nicht gemäß ihrer wörtlichen Bedeutung, sondern in einer übertragenen Bedeutung gebraucht werden. Dabei besteht zwischen der wörtlich bezeichneten und der übertragen gemeinten Sache eine Beziehung der Ähnlichkeit.[2]
Die Farb- Aufträge auf dem Papier und der Leinwand gehören zum Bild als einem Gegenstand, der das ist, was er ist, und sonst nichts. Wir können sie dann aber als Repräsentamina von Zeichen nehmen und somit das Bild zu etwas machen, das für ein Anderes steht und interpretiert werden will.[3]
Was ist ein Abbild?
Als Abbild bezeichnen wir die Repräsentation bzw. Interpretation eines Bildes.
Gegenüber dem Wort Bild verweist das Wort Abbild auf das Bild in seiner Beziehung zur Außenwelt, auf das, was im Bild widergespiegelt, „abgebildet” werden soll, so dass es in ihm (wieder-)erkennbar wird.[4]
Was ist eine Matrix?
Eine Matrix ist eine bestimmte Repräsentationsform einzelner Werte - ein rechteckiges Schema einzelner in ihr abgebildeter Elemente. Sie verfügt über Spalten und Zeilen, über welche die einzelnen Elemente genau adressiert werden können.

Ein digitales Bild entsteht durch die Festlegung der Orte und Farbwerte der in ihm enthaltenen Elemente/Pixel. Dabei werden zunächst die Orte und anschließend die Farbwerte diskretisiert.
Ein Pixel = ((i, j), (r, g, b)), also ein Paar aus Ort und Farbe.
Das Tripel (r, g, b) ist ein Vektor, eine einzeilige Matrix.
Beispiel: RxGxBx
R = {1, 2, ..., 255}
G = {1, 2, ..., 255}
B = {1, 2, ..., 255}
Digitale Bilder „existieren, wie jedes Bild, sichtbar und still an der Wand oder auf dem Monitor; sie existieren jedoch gleichzeitig auch unsichtbar im Zustand rasender Berechnung hinter der Bildfläche. Man kann das so ausdrücken: Digitale Bilder weisen eine Oberfläche (fürs Auge) und eine Unterfläche (für den Prozessor) auf. Man muss sie umdrehen, um sie zu verstehen, doch dann sieht man sie nicht mehr. Die schmale Lücke in dieser Doppelexistenz wird in der interaktiven Kunst zu neuartiger Kreativität genutzt.”[5]